Informationen zur Muskulatur
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Muskulatur und ihre Probleme im Sport 

Die Muskulatur mit 656 Muskeln macht 40% des Körpergewichtes aus und ist damit weitaus schwerer als das Skelett mit 12%. Man unterscheidet drei Arten von Muskeln:

Die willkürliche, quer gestreifte Muskulatur (Skelettmuskulatur)

Die unwillkürliche, glatte Muskulatur.

Den Herzmuskel, eine Mischform zwischen diesen beiden Arten. 

 

Die willkürliche Muskulatur 

Die meisten Muskeln sind durch sehnen mit Muskeln verbunden und ermöglichen deren Bewegung. Dabei handelt es sich um Faserbündel, die aus einander überlappenden Proteinfäden bestehen. Zwischen diesen Bündeln aus Filamenten, die zu Muskelfasern zusammengefasst sind, liegen Speicher, in denen Zucker und Sauerstoff in Energie umgewandelt werden. Die insgesamt über 600 Skelettmuskeln setzen direkt oder indirekt am Knochen an. Als entgegen gesetzte Paare arbeiten sie im Dienst sämtlicher Bewegungen die wir ausführen. 

Die häufigsten Probleme 

Muskelkater 

Durch Überlastung kommt es zu feinen Rissen in den Muskelfasern, durch die Wasser in die Fasern eindringen kann, wodurch die Muskelfaser anschwillt und damit Dehnungs- und Bewegungsschmerz entsteht.

Symptome: Nach etwa 24 bis 36 Stunden fangen die Muskeln an zu schmerzen, sind wenig belastbar und druckempfindlich.

Behandlung: Wärmeanwendung, Lockerungs- und Dehnungsmassagen, Bewegung mit geringer Intensität, eventuell Medikamente über den Arzt. 

Muskelkrampf 

Durch zu viel Training und/oder Elektrolytverlust entstehen Muskelkrämpfe. Als Schutzmechanismus bei einer Überlastung ziehen sich die Muskelfasern kräftig zusammen. Dadurch kommt es zu einer weiteren Minderversorgung der Muskulatur, welcher zu einem Teufelskreis führt.

Symptome: Jäher Schmerz. Bewegungsunfähigkeit, Verhärtung des betroffenen Muskels.

Behandlung: Muskeldehnung in Gegenrichtung, Lockerungsübung, leichte Wärmebehandlung.

Vorbeugen: Ausreichend Flüssigkeit, entsprechendes Training unter Anleitung eines Arztes oder Sportwissenschaftlers, zur optimalen Versorgung der Muskulatur. 

Muskelzerrung 

Entsteht meist durch eine plötzliche unkoordinierte Bewegung und Überbeanspruchung. Es handelt sich um eine Überdehnung der Muskelfasern und des umgebenden Bindegewebes wobei es zur Zerstörung einzelner Muskelzellen kommt. Eine Muskelzerrung ist also ein winziger Muskelriss.

Symptome: Plötzlicher oder innerhalb weniger Minuten auftretender Schmerz, besonders bei Druck auf die betreffende Stelle.

Behandlung: PECH Schema, Pause, Ruhigstellen, Eis- Kältebehandlung, Kompression, hochhalten. Unbedingt zum Arzt zur genauen Diagnose des Ausmaßes der Verletzung und Therapieeinleitung. 

Muskelfaserriss 

Ein Muskelfaserriss entsteht nicht nur durch direkte Gewalteinwirkung (Stoß oder Schlag auf einen stark angespannten Muskel) sondern auch durch starkes Zusammenziehen und eine mittelbar darauf folgende Streckung, häufig an den Stellen, an denen die Sehnen in die Muskeln übergehen. Auch Überlastung kann dazu führen.

Symptome: Plötzlicher, meist stechender Schmerz, lokaler Druckschmerz, Bluterguss und eingeschränkte Beweglichkeit. Ein Muskelfaserriss hinterlässt einen deutlichen Muskelspalt, der vor allem bei Muskelspannung tastbar ist. Es kann auch zu einer Beuleober- und unterhalb der Verletzung kommen.

Behandlung: PECH Schema, Pause-Ruhigstellen, Eis- Kältebehandlung, Kompression, Hochhalten.

Unbedingt zum Arzt zur genauen Diagnose des Ausmaßes der Verletzung und Therapieeinleitung.

Muskelriss 

Totaler Abriss eines Muskels ist immer Folge einer abrupten Überlastung und/oder äußerer Gewalteinwirkung. Die Symptome sind massiver als bei einem Faserriss, insbesondere Blutung und Loch bzw. Dellenbildung sind sehr ausgeprägt.

Behandlung: Pech Schema, Pause- Ruhigstellen, Eis- Kältebehandlung, Kompression, Hochhalten. Unbedingt zum Arzt zur genauen Diagnose des Ausmaßes der Verletzung und Therapieeinleitung. Bei einem Muskelabriss ist in den meisten Fällen ein operativer Eingriff nötig um eine optimale Heilung zu erzielen.

Komplikationen:

Narbenbildung: Die anfänglichen Blutgerinnsel werden in Narben umgewandelt. Da Narbengewebe nicht so dehnbar ist nimmt die Kontraktionskraft ab, was zur Funktionsminderung und erneuten Einriss führen kann.

Myositis ossificans: Ausgedehnte Blutungen können zu chronisch entzündlichen Prozessen führen, welche einen Verknöcherungsprozess begünstigen. Da die Muskelfunktion meist deutlich eingeschränkt ist sollte an einen chirurgischen Eingriff gedacht werden.

Zystenbildung: Bei nicht vollständiger Absorption des Blutergusses kann ein sackförmiger Hohlraum entstehen, welcher die Muskelfunktion mindern kann und wenn notwendig operiert werden kann. 

Hinweise zur Vorbeugung von Muskelverletzungen 

Gründliches Aufwärmen, Dehnen, ausreichend Flüssigkeit und ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige sportärztliche Kontrolle (Muskelfunktionsprüfung, Laborkontrolle, Trainingsplanerstellung etc.)

Physikalische Therapie

Maßnahmen: Infrarotstrahlen, täglich 10 - 15 Minuten
Mikrowellen, täglich 20 - 30 Minuten
Paraffinpackungen und Fangopackungen
Massage, täglich 15 Minuten

Alle diese Maßnahmen verbessern die Resorption des Blutergusses und damit auch den Heilungsprozess. Vor dem 5. Tag empfiehlt es sich, wegen der Blutungsgefahr dies Maßnahmen zu ergreifen. Ab dem 10. Tag kann man anwenden:

Diadynamische Ströme nach Bernard: Diese haben eine analgebtische Wirkung und verbessern die Durchblutung der Narbe. Ihre Anwendung kann anfangs 4 - 5 Minuten dauern, wobei die Stromstärke nur langsam und vorsichtig erhöht werden darf und eventuell nach 2 Minuten die Pole gewechselt werden müssen.
Es ist darauf zu achten, dass keine Dauerkontraktion der Muskulatur im Applikationsgebiet auftritt.
Kontraindikation: Die Muskulatur der Herzgegend

Ultraschalltherapie: Analgetische Wirkung
Erhöhung des lokalen Metabolismus
Verbesserung der Durchblutung der Muskelnarbe
Auffallende Beeinflussung des vegetativen Nervensystems

Die Ultraschalltherapie können wir als Mikromassage bezeichnen.
Das Optimum der therapeutischen Frequenz liegt bei 800 000 Hz.